Erwärmen nach vorausgegangenem Härten. Veränderung des Martensitgefüges, gehärtete Werkstücke verlieren ihre Sprödigkeit und durch das Abschrecken entstandenen Spannungen werden herausgenommen. Die Anlasstemperaturen sind werkstoffabhängig und liegen zwischen 150-250°C bei unlegierten und niedriglegierten Stählen und zwischen 500-600°C bei hochlegierten Stählen. Wurde ein Stahl durch schnelles Abschrecken aus dem Austenitgebiet in ein martensitisches Gefüge umgewandelt, ist er zunächst zu hart und spröde für eine technische Nutzung. Erwärmt man aber den Martensit anschließend, erhält der Kohlestoff die Gelegenheit, in gewissen Mengen in Form von Carbiden aus dem Martensitgitter auszuscheiden. Das Erwärmen eines Stahls auf 200 bis 400°C wird als Anlassen (DIN 17014) bezeichnet. Das durch das Anlassen entstandene Vergütungsgefüge ist ein Gefüge mit erhöhter Festigkeit bei ausreichend guter Verformbarkeit.

 

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