In DIN EN ISO 8044 werden die in der Korrosions- und Korrosionsschutztechnik üblichen Begriffe definiert. Danach versteht man unter Korrosion die “Reaktion eines metallischen Werkstoffs mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffs bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteils oder eines ganzen Systems Führen kann“.

Bei Metallen unterscheidet man in wesentlichen drei große Gruppen von Korrosionsreaktionen: – Chemische Reaktion; – Chemisch-metallphysikalische Reaktion; – Elektrochemische Reaktion.

In den meisten Fällen ist die Reaktion elektrochemischer Natur. Dabei kommt es zu Reaktionen von Metallen mit elektrolytisch leitenden Medien (z.B. wässrige Lösungen und Salzschmelzen). Das elektrochemische Korrosionselement besteht aus einer anodischen und einer kathodischen Fläche, die elektronenleitend miteinander verbunden sind und von demselben Elektrolyt benetzt sein müssen. Der Korrosionsstrom (im Metall als Elektronenstrom, im Elektrolyten als entgegenfließender lonenstrom) fließt zwischen Anode und Kathode, wobei der unedlere Werkstoff immer die Anode bildet, an der die Korrosion auftritt.

Korrosionsarten ohne mechanische Beanspruchung: – Flächenkorrosion (Ungefährlichste Art der Korrosion, da sie gleichmäßig auf der Fläche abträgt); – Lochkorrosion (Läuft in chlorionenhaltigen Elektrolyten nur an örtlich eng begrenzten Stellen ab und führt zu Lochfraß. Dabei kann innerhalb kurzer Zeit an kleinen, runden Angriffstellen der gesamte Werkstoff durchdrungen werden); – Spaltkorrosion (Örtlich verstärkte Korrosion in Spalten, die entweder Werkstoff selbst aufweist oder durch Fügen mit andren Bauteilen entstehen. Es kommt zu einem Oxydationsmangel in diesem Spalt, wobei selbst korrosionsbeständige Stähle ihre Passivität verlieren); – Kontaktkorrosion (Korrosion durch Berührung verschiedener Legierungen mit ausreichendem elektrochemischen Potential und Anwesenheit eines Elektrolyten. Die unedlere Legierung bildet dabei die Anode, an der Korrosion auftritt. Schrauben und Muttern sollten deshalb aus dem gleichen Material wie die zu verbindenden Bauteile bestehen. Ist dies nicht möglich, sollte man edleres Metall für die Verbindungselemente verwenden); – Interkristalline Korrosion (Bezeichnung für den Kornzerfall eines Metalls durch Korngrenzkorrosion. Korrosion, bei der Flüssigkeiten bevorzugt die Korngrenzen schnell und tief angreifen. Es lösen sich Körner aus ihrem Verband, das Metall verliert seinen Zusammenhalt. Diese Art der Korrosion ist besonders gefährlich, da sie oft erst erkannt wird, wenn der Werkstoff bereits zerstört ist); – Transkristalline Korrosion (Sonderform der interkristallinen Korrosion, wobei die Korrosion bevorzugt durch das Korn verläuft).

Korrosionsarten bei zusätzlicher mechanischer Beanspruchung: – Spannungsrisskorrosion (Rissbildung unter gleichzeitiger Einwirkung des Korrosionsmediums und äußerer oder innerer statischer Zugspannung. Schmale Risse weiten sich allmählich in die Tiefe, bis zum Bruch des Restquerschnittes); – Reibkorrosion (Durch Reibung ausgelöste Korrosion, wenn zwei mit hoher Kraft aufeinander gepresste Flächen mit geringer Bewegung aufeinander gleiten oder abrollen. Der anfallende Abrieb oxydiert in sauerstoffhaltiger Atmosphäre sehr stark. Man nennt dies auch Passungsrost).

 

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